Gent, Design Museum, 8. Juli 2011 - 16. Oktober 2011: "Die Essenz der Dinge"
Bringen wirtschaftlich härtere Bedingungen automatisch auch ökonomischere und langlebigere Produkte hervor? In dieser gegenwärtig geführten Diskussion werden ebenso Darwinistische Modelle nach dem Schema ?Survival of the Fittest? sowie auch Design-Ikonen aus vergangenen, krisengeschüttelten Zeiten als Argumente aufgeführt. Beim näheren Betrachten des Themas hinken diese Vergleiche jedoch meistens, denn unter wechselnden Vorzeichen war die moderne Gestaltung, insbesondere Industriedesign, seit jeher um Effizienz und eine Reduktion der formalen und funktionalen Mittel bemüht. Die Rationalität der maschinellen Produktion selbst legt bereits eine reduzierte Formsprache nahe, wichtige Impulse in diese Richtung kamen und kommen aber auch aus anderen Bereichen wie der japanischen Ästhetik und dem Dialog des Designs mit der abstrakten Kunst.
Konzept Das Vitra Design Museum geht diesen Bedingungen und Einflüssen in seiner neuen Ausstellung nach und präsentiert die hohe Kunst der Reduktion als Quintessenz der Gestaltung. In zwölf Kapiteln, gruppiert unter den Oberbegriffen Herstellung, Funktion, Ästhetik und Ethik, werden Motive und Strategien vorgestellt, denen das Design auf seiner Suche nach Effizienz folgt. Dass sich das Vitra Design Museum auf Tendenzen im Möbeldesign konzentriert ? aber keineswegs beschränkt ? erweist sich dabei als entscheidender Vorteil, da das Möbel als Stellvertreter von Alltagskultur und unserer Haltung zur Welt diesem komplexen Thema besonders anschauliche Argumente liefert.
Wer mehr dazu wissen möchte, kann sich hier informieren:
www.design-museum.de/museum/ausstellungen/essenz/index.php